Do, 17/03/2022, 23:59 Uhr
Frist

Residenzprogramm „AI Anarchies“


Akademie der Künste

Die JUNGE AKADEMIE der Akademie der Künste Berlin unterstützt sechs Künstlerinnen bei der Entwicklung neuer Arbeiten zum Thema „Künstliche Intelligenz (KI) und Ethik“ unter dem Titel „AI Anarchies“ im Rahmen eines sechsmonatigen Residenzprogramms am ZK/U in Berlin. Die Künstlerinnen des Programms sind eingeladen, im Oktober 2022 an einer interdisziplinären und internationalen Herbstakademie mit Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Mitgliedern der Akademie teilzunehmen. Die Projekte der eingeladenen Künstler*innen werden in einer Abschlusspräsentation zwischen Mai und Juli 2023 in der Akademie der Künste ausgestellt. Jedes Stipendium ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Programm wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Diskurs: AI Anarchies:

Die ethischen Herausforderungen „intelligenter“ Maschinen wurden von Künstler*innen vorhergesagt und diskutiert, lange bevor Künstliche Intelligenz existierte. Inmitten des heutigen Technologiebooms sind Fragen um „gute“ oder „schlechte“ KI präsenter und komplexer denn je.

Unternehmen und Regierungen weltweit haben inzwischen Regeln und selbst auferlegte Verpflichtungen für vertrauenswürdige, unvoreingenommene und verantwortungsbewusste KI aufgestellt, um Fairness und Transparenz in ihren Systemen zu verankern. Auch wenn es notwendig ist, sich mit den potenziellen Gefahren einer beschleunigten Verbreitung von KI auseinanderzusetzen, gilt jedoch auch, dass die normativen Grundsätze der KI-Ethik den Raum für zivilgesellschaftliches Handeln, Widerstand und Kritik verringern. Experimente „gegen KI“ in Wissenschaft und Kunst bieten die Möglichkeit, jenseits der konventionellen Machtzentren Vorstellungen von Eigentum, Handlungsfähigkeit und Regulierung zu stören.

„AI Anarchies“ ist eine Aufforderung an Künstler*innen aller Sparten, Vorschläge einzureichen, die sich mit KI als Thema und/oder Technologie im weitesten Sinne auseinandersetzen. Zielsetzung ist, durch konzeptionelle und ästhetisch überzeugende Formate zur Debatte über KI und Ethik beizutragen. „AI Anarchies“ lädt zu künstlerischen, spekulativen und/oder technischen Praktiken und Interventionen ein, die den Umgang mit Macht und Ethik im Zusammenhang mit der Entstehung von KI artikulieren und befragen. Das Projekt regt künstlerischen Widerstand durch subjektive und politische Aktionen und kreative Handlungen an. Kleine KI, ungehorsame KI, unvorstellbare KI, Gegen-KI, verzwickte KI, riskante KI, Fantasie-KI, spielerische KI, schelmische KI, emotionale KI, affektive KI oder gar keine KI könnten allesamt Wege zu „AI Anarchies“ sein.

Leitfaden zur Ausschreibung:

Internationale Nachwuchskünstlerinnen aller Disziplinen können sich mit einem Projektkonzept (400 Wörter max.) inklusive Skizzen für einen sechsmonatigen Aufenthalt bewerben. Eine internationale Jury bestehend aus externen Kuratorinnen und Akademiemitgliedern wird die Stipendiatinnen auswählen. Jeder Aufenthalt wird mit einem Stipendium in Höhe von 20.000 Euro einschließlich des Projektbudgets für die Entwicklung einer Arbeit für die Ausstellung vergeben. Darüber hinaus wird vom Projektpartner ZK/U - Zentrum für Kunst und Urbanistik ein mietfreier Atelierraum zum Leben und Arbeiten in Berlin mit Zugang zu Gemeinschaftsräumen für einen Zeitraum von sechs Monaten zur Verfügung gestellt. Auf Wunsch können die Stipendiatinnen ihre Arbeiten im Rahmen des alle zwei Monate stattfindenden offenen Atelierformats OPENHAUS im ZK/U vorstellen. Reise- und Versicherungskosten sind vom Stipendium gedeckt. Das Team der JUNGEN AKADEMIE der Akademie der Künste Berlin organisiert und kuratiert das Programm „AI Anarchies“ und bietet Unterstützung bei der Visabeantragung und Koordination des Aufenthaltes.

Aufenthalt:

Es sind zwei Aufenthaltszeiten möglich, jedoch können Stipendiat*innen bereits mit der Arbeit an ihren Werken beginnen, sobald sie bekannt gegeben werden. Das Projektbudget kann so bereits vor ihrem Aufenthalt in Berlin genutzt werden:

Residenzaufenthalt 1: Juli bis Dezember 2022 (drei Stipendiat*innen)

Residenzaufenthalt 2: Januar bis Juni 2023 (drei Stipendiat*innen)

Weitere Informationen: