Pierre Boulez Saal

Der Konzertsaal wurde auf Initiative von Daniel Barenboim, dem Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Architekten Frank Gehry entwickelt. Der Japaner Yasuhisa Toyota ist für das akustische Konzept des Saals verantwortlich. Die Originalfassade des Gebäudes, entworfen von Richard Paulick in den 50ern Jahren, blieb aus Denkmalschutzgründen erhalten. Ursprünglich befand sich an diesem Ort das Kulissendepot der Staatsoper.

Der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez (1925-2016), langjähriger Freund Barenboims und Namenspatron des Saals, sieht die zentrale Aufgabe der Musik darin, einen aktiven Austausch zwischen Musikern und Hörern herzustellen. Ein grundlegendes Element des Konzertsaals ist daher die räumliche Nähe des Publikums zu den Musikern, die dem Publikum unmittelbar ohne ein erhöhendes Podium auf Augenhöhe begegnen. Musik ist für Boulez direktes Kommunikationsmittel, das vom Besucher aufmerksames, genaues Zuhören fordert.

Architektur

Der mit hellem Zedernholz verkleidete Konzertsaal bietet durch sein flexibles Design variable Gestaltungsmöglichkeiten, d.h. die Zuschauerplätze wie die Bühne können in unterschiedlichen Formen angeordnet werden. Beispielsweise als Arena, als klassischer Konzertsaal mit frontaler Ausrichtung zur Bühne etc. Parkett und Ränge bilden miteinander optisch zwei ineinander verschobene Ellipsen.

Barenboim-Said-Akademie

Der Pierre-Boulez-Saal ist zugleich Konzertort der Barenboim-Said-Akademie. Seit Oktober 2016 studieren hier junge Musiker aus Konfliktgebieten des Nahen Ostens. 1999 wurde das Orchester von Daniel Barenboim und Edward Said gegründet. Der Orchestername ist Goethes von orientalischer Dichtkunst inspirierter Gedichtsammlung „West-Östlicher-Diwan“ entlehnt. Der Bau der Barenboim-Said-Akademie stammt vom Architekturbüro HG Merz und rw+.

Im Pierre-Boulez-Saal treffen Ausbildung und Praxis aufeinander. Studenten können sich unter professioneller Anleitung im Studium und in Konzerten weiterentwickeln.
Seit März 2017 finden hier regelmäßig Konzerte und Kammermusikabende statt. Auf dem Spielplan stehen zeitgenössische Werke wie das klassisch-romantische Repertoire. Der Saal wird zudem für Vorträge und Konferenzen genutzt.

Pierre-Boulez-Ensemble

Mit dem Beginn des Konzertbetriebs wurde auch ein neues Ensemble gegründet. Das sogenannte Boulez Ensemble besteht aus Musikern der Staatskapelle Berlin und des West-Eastern Divan Orchestra.

www.boulezsaal.de